Kulturland retten!

PASSAGEN
 EIN PERFORMATIVER KUNSTTRANSPORT

Der 6. und letzte Kunsttransport der freundinnen der kunst fand am 5. Dezember 2017 statt. Der Buchstabe N wurde ans Lentos Kunstmuseum übergeben.

> 16.30h  Treffpunkt Atelier freundinnen der kunst, Prunerstraße 10, Linz, zum letzten Kunsttransport
> 17h        Übergabe von N an Lentos Kunstmuseum Linz                              
> 18h        Abschluss des Projektabschluss PASSAGEN im Atelier der freundinnen der kunst, Prunerstraße 10

 







Fotos: Reinhard Winkler

 

 

 

 Fotos: Norbert Grasberger, Albert Waaijenberg, Susanne Quehenberger, freundinnen der kunst, Ulla Sladek, Reinhard Winkler

 

 

 

Als Künstlerinnenkollektiv agieren die freundinnen der kunst vor allem in Linz und Oberösterreich. Im Jahr 2017 haben sie ihren Handlungsspielraum erweitert: sie brachen auf zu Kunstreisen,
PASSAGEN, in denen sie sich, ganz ihrem bisherigen künstlerischen Konzept folgend, selbst inszenierten. Zentraler und programmatischer Teil der Arbeit war die Reise und der Transport des
6teiligen Buchstabenobjekts DASEIN. Diese schweren und sperrigen 2 m großen Buchstaben aus Holz wurden an verschiedene Orte in Österreich verteilt. Jeweils ein Buchstabe des Objektes wurde an sechs
ausgewählte Kunstinstitutionen (Salzburg, Wien, Innsbruck, Hittisau/Vbg, Graz und Linz) als Kunstschenkung übergeben. Die bisherigen Kunsttransporte erfolgten mit verschiedenen öffentlichen
Verkehrsmitteln und einem Wohnmobil. Der letzte Kunsttransport erfolgt zu Fuß.

PASSAGEN deutet auf physikalische wie auch symbolische Übergangsprozesse hin, beide bezogen auf Künstlerinnen und Kunstwerk. Bewegung aber auch Grenzüberschreitung in der künstlerischen Praxis
des Kollektives werden thematisiert. Die freundinnen der kunst schleppen schweres Gepäck, sie mühen sich ab. So nebenbei (en passent) loten sie in PASSAGEN die Möglichkeiten aus, im öffentlichen Raum unkonventionell und unangepasst zu agieren.

Mit Ablauf und Inszenierung hinterfragen die freundinnen der kunst nicht nur die Spielregeln der Kunst und die Motivationen, die die unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen des Kunstbetriebs antreiben, sondern auch deren wechselseitige Beziehungen.

‚I can work with you because I can speak for myself.‘ Maria Galindo (bolivianische Aktivistin)

Kollektive und Kooperationen in der Kunst sind nichts Neues. Seit den 1960er Jahren gibt es verschiedenste Beispiele von dauerhaften oder temporären Gruppen, die ausgehend von gesellschaftspolitischen Utopien eine gemeinsame Idee verfolgten. Die zeitgenössischen kollaborativen Ansätze, Methoden und Umsetzungen sind sicher andere als damals. Was KünstlerInnen heute verbindet, jenseits des Zugangs zu bestimmten Netzwerken, ist eine gemeinsame, meist selbst entworfene Praxis. Diese gemeinsame Praxis beschäftigt die freundinnen der kunst bereits seit ihrem Bestehen. Über diesen langen Zeitraum wurden klare „Spielregeln“ für das Zusammenwirken in der Gruppe definiert. Immer wieder wird das bestehende Kollektiv temporär erweitert, um neue Formen der Kollaboration auszutesten. Neue freundinnen der kunst werden für einen bestimmten Zeitraum Teil der Gruppe. Für die Dauer der Zusammenarbeit gibt es neue Ordnungen und eine neue Dramaturgie der Konzeption durch die Erweiterung des Kollektivs.

„… kollaborative Praktiken lösen sich von der Prämisse der Gleichheit der Beteiligten. Sie zeichnen sich durch die Singularität der einzelnen Involvierten aus, die beisammen in heterogenen Sprachen artikulieren können,  was keinem Wir der Gruppe untergeordnet oder auf ein solches angewiesen ist. In einer solchen Szenerie des Zwischen-uns können Wissensformen, Fähigkeiten, Affekte und Imaginationen (mit)geteilt und zu neuen sinnlichen Gebilden und Praktiken verstrickt werden.“ Martina Ruhsam / Choreographin, Performerin und Autorin – in Zeitschrift der IG Bildende Kunst 2012 (Jenseits von Konsens, Gleichheit und Utopie: Neue Formen der Kollaboration)

 

 

 

Atelier der freundinnen der kunst – Prunerstrasse 10 – Linz